Im Gespräch mit Herrn Voßkühler, 86 Jahre aus Köln-Mülheim

Viele ältere Menschen in Deutschland sind in dörflichen Strukturen groß geworden, haben den 2. Weltkrieg mit all seinen Folgen erlebt und mußten oft ihre Heimat unter dramatischen Bedingungen verlassen. Wie sind Sie durch diese oft schweren Zeiten gekommen? Was hat Ihnen geholfen, nicht zu verzweifeln? Was hat sie froh gemacht und ihnen Kraft und Hoffnung gegeben?

Guten Tag Herr Voßkühler, Sie und Ihre Frau sind schon seit so vielen Jahren in unserer Gemeinde aktiv und sind sozusagen „Urgesteine“! Wie kommt das?
Durch meinen Beruf, als Leitung einer technischen Fotoabteilung bei der KHD, den ich über 40 Jahre ausübte, haben wir immer hier in der Gegend gewohnt. Hier an Herz Jesu wohnen wir bereits über 50 Jahre. Das Mitmachen in dieser Gemeinde und auch in St. Urban in der Stegerwaldsiedlung, wo wir einige Jahre auch aktiv waren – weil unsere Tochter hier keine Messdienerin werden durfte – war uns immer sehr wichtig und ein Herzensanliegen.

Was haben Sie besonders gerne gemacht?
Ich hatte an vielen Dingen Freude wie z. B. das Singen im Chor, wo ich meine spätere Frau kennengelernt habe, die aus Mülheim stammt, die Mitarbeit in den Gremien, das Mitwirken bei Gottesdiensten als Kommunionhelfer, Aufbau des „offenen Liebfrauenhauses“. (aus Platzgründen kann hier nur ein kleiner Ausschnitt benannt werden, Anm. der Redaktion)

Besonders große Freude bereitete es mir, Feste aller Art zu gestalten. Mit vielen anderen Helfern haben wir große Feiern erlebt. Es hat aber auch durchaus „Meinungsverschiedenheiten“ im Miteinander gegeben, manchmal „ging es auch heiß her“.

Aber die Feste brachten immer viele Menschen zusammen, und wir konnten Gutes tun, das war schön!

Und natürlich die Liebe zur Herz Jesu Kirche!

Mit Ihrer Frau haben Sie eine Tochter und einen Sohn, Ihre Tochter aus 1969 und Ihr Sohn aus 1972, der leider mit 20 Monaten verstorben ist. Wie sind Sie damit klargekommen? Was hat Ihnen die Kraft gegeben, weiter zu leben?
Ich bin in einem kleinen Dorf nahe beim Kloster Arnstein an der Lahn aufgewachsen. Schon als Kind waren Gebet und Gottesdienst mir und meiner Frau keine Pflicht, sondern ein Herzensanliegen. Glauben habe ich immer als etwas Frohes und Lebendiges erlebt.

Der Glaube trägt mich, auch über die Zeit, wo unser kleiner Sohn gestorben ist, und gibt mir die Kraft im Leben – dazu gehört für mich auch immer eine Portion Humor! „Man muss och ens Spaß mache künne … das Leben ist ernst genug.“

Sie sind nun 86 Jahre alt und können nur noch bestimmte Dinge tun? Was tun Sie besonders gerne?
Heute helfe ich hier an der Herz Jesu Kirche, wenn es nötig ist, springe ich ein. Da, wo es noch geht, machen wir gerne mit!

Lieber Herr Voßkühler, das war eine sehr interessante Geschichte unserer Gemeinde und ein tiefer Einblick in Ihr Leben. Sie und Ihre Frau sind wirklich vorbildliche Menschen.

Herzlichen Dank für das Gespräch.
Dieses Interview führte Wolfgang Obermann

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