Während der ersten Wochen der Corona-Pandemie läuteten neben den üblichen Stundenschlägen die Glocken unserer Kirchen jeden Abend um 19.30 Uhr, wie auch überall im Erzbistum Köln. Grund dafür war das Verbot, in diesen Wochen öffentliche Gottesdienste stattfinden zu lassen. Damit sich die Gläubigen aber dennoch – wenn auch nicht physisch – zum Gebet zusammenfinden konnten, lud das Geläut dazu ein. Viele Menschen wussten sich jeden Abend miteinander verbunden und beteten für die Betroffenen der Pandemie.

Mit diesem Gebetsaufruf jeden Abend wurde ein alter Brauch des Glockenläutens aufgegriffen. Ursprünglich bedeutet das Glockengeläut einerseits die Einladung zum Gottesdienstbesuch und andererseits die Einladung, den Tag mehrfach zu unterbrechen, um ihn mit Gebeten zu heiligen, oder eventuell auch des gerade verstorbenen Gemeindemitglieds zu gedenken, wenn die Totenglocke erklingt.

In der St.-Elisabeth-Kirche in der Elisabeth-Breuer-Straße gibt es eine Besonderheit bei den Glocken. Hier sind im Turm nicht nur die üblichen drei oder vier Läuteglocken, die auch mit den dazugehörenden Hammerwerken für den Schlag der Uhrzeiten zuständig sind, sondern zusätzlich 16 Spieleglocken, die zusammen mit den Läuteglocken sechsmal am Tag vor der vollen Stunde verschiedene Lieder spielen. Hierbei handelt es sich um 47 Kirchenlieder, dem jeweiligen Kirchenjahr und seinen Festen entsprechend, als auch andere Lieder, wie z. B. vier Karnevalslieder. Alle Lieder sind einprogrammiert und werden automatisch gespielt. Seit 1989 hängen die Läuteglocken im Turm, 10 Jahre später wurde das Glockenspiel dort installiert.

Die Idee und Anregung zum Glockenspiel kam durch den letzten alleinigen Pfarrer von St. Elisabeth, Gerhard Arndt. Spender haben anlässlich seines 70. Geburtstages und 40jährigen Priesterjubiläums einzelne Glocken gespendet.

Bis heute ist das Glockenspiel ein Anziehungspunkt für Jung und Alt, um es zu hören, aber auch zu sehen, wie die Glocken angeschlagen werden.
Gewartet wird es von der nieder- ländischen Herstellerfirma. Hier vor Ort wird es überwacht. Die Lieder werden dem jeweiligen Anlass gemäß von uns programmiert.

Text: Manfred Barani



 

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