Als wir die Kleiderstube ‚Tünn’s Klamotte Lädchen‘ im ehemaligen Chorraum der St. Antonius-Kirche einrichteten, lockte uns eine Tür, zu erkunden, was wohl dahinter sei: 

Eine steile Treppe, die zu Dachbodenräumen führte und hinter einer weiteren Tür fanden wir die Wendeltreppe, die uns den Aufstieg bis hoch übers Kirchengewölbe wies.

Einer aus dem Tafelteam konnte uns berichten:
in seiner Jugend hatte er zu der Gruppe gehört, die mit einem der Salesianer Patres diesen Raum ausgebaut hatte und voller Begeisterung erinnerte er sich an die Silvesterparty, die er hier mitgefeiert hatte. 

Aber erstmal standen wir vor einer Mischung aus dickem Taubendreck und verstaubtem Müll, der aus den Schränken quoll.
Also: Ärmel aufgekrempelt und geräumt und Sperrmüll vorbereitet und gefegt. 

Wir trugen ein schweres Stoffpaket nach unten zum Müll, den wir auf dem Hof sammelten. Hände und Arme waren schwarz vom Staub der Jahrzehnte, der sich angesammelt hatte.
Neugierig entfalteten wir den zerrissenen, zerfetzten Stoff:
eine alte Prozessionsfahne.
Wir stellten uns vor, wie – vielleicht tatsächlich vor über 100 Jahren – Frauen, diese feinen Stickereien fädelten und sich dabei Geschichten erzählten.
Dieses Zeugnis mühevoller Handarbeit konnten wir doch nicht in den Müll werfen?

Nein - wir haben diese Fahne und andere, die wir bei unserer Suche in verschiedenen Ecken und Schränken  der Kirche fanden, sorgsam gereinigt.
Und Dolores Bazec, die seit Jahren dem Kirchort St. Antonius verbunden ist, hat sich der Flickarbeiten angenommen.

Jetzt erstrahlen die Fahnen im wiedergewonnen Glanz - zur Freude der donnerstäglichen Besucher der Lebensmittelausgabe , die die feinen Stickereien staunend ansehen und vorsichtig berühren!

Text und Fotos: Beate Bleck



 

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