Seit etwa einem Jahr bereitet eine Gruppe von 12 Personen ein monatliches  Sonntagabendgebet in der St. Antoniuskirche vor: mal.gast.sein. Da machen wir uns viele Gedanken, was Menschen, die hier im Viertel in kultureller und religiöser Vielfalt leben, spirituell ‚zu nähren‘ vermag.
„Und wie sieht es wohl bei unseren europäischen Nachbarn aus?“ Mit dieser Frage brach eine kleine interessierte Gruppe auf, um Erfahrungen der französischen Kirche zu erkunden!

Einige Eindrücke von unserer Reise:

In Paris besuchen wir die Chapelle Notre-Dame de la Medaille Miraculeuse. Vinzenz von Paul, dessen Bildnis über dem Eingangsportal der Kirche flattert, gilt als Begründer der modernen Caritas. Mehrere Frauen- und Männergemeinschaften folgen seiner Inspiration: um die frohe Botschaft spürbar werden zu lassen, leben sie MIT den Armen und Hilfsbedürftigen. Auch Mutter Teresa von Kalkutta nimmt wegweisende Gedanken von Vinzenz von Paul für ihre Ordensgründung auf.
Ein offenes ausstrahlendes Herz  - Symbol für liebevolle Zuwendung  - ist überall sichtbar.
Vor 200 Jahren wurde die junge Novizin Katharina von inneren Bildern und Stimmen bewegt: sie sieht Vinzenz von Paul, der ihr sein offenes Herz zeigt, sie sieht Jesus Christus als Kind in helles Licht gekleidet und sie hört die Botschaft von Maria, die darum wirbt „dass die Menschen doch voller Vertrauen mit allen ihren Bitten hierher kommen mögen.“ Und sie empfängt den Auftrag, dass eine Medaille geprägt werden soll, mit Zeichen, die uns Menschen erinnern: dass wir unsere Zuflucht bei Gott suchen und von ihm unser Heil erwarten und dass auch wir unser Herz öffnen und Mitgefühl empfinden mit allen leidenden Menschen.
Bei der großen Cholera Epidemie 1832 nehmen viele Menschen die Medaille an, die Katharina und ihre Mitschwestern verteilen. Sie beten und hoffen auf Heilung und schon bald nennt das Volk die Medaille ‚wundertätig‘. 

Wir betreten die Kirche und staunen über die vielen BeterInnen, junge und alte Menschen, Menschen vielfältiger Herkunft.
Auch heute ist die Kraft dieses Ortes und seiner Botschaft für Viele anziehend!

In Chartres treffen wir Yannick zu einem Gespräch.
Er ist Gemeindepriester und fragt uns als erstes, welche Bedeutung das Lehrschreiben von Papst Franziskus ‚Laudatus si‘ bei uns in Deutschland hat. Dann erzählt er uns voll Begeisterung über die „l’eglise verte“, eine ökumenische Initiative, die viele Menschen in Bewegung setzt und inzwischen einige pastorale Bedeutung entwickelt.
Es geht um den ökologischen Umbau der Kirche in Frankreich.
Der Verein ‚grüne Kirche‘ formuliert Grundsätze:

„Wir engagieren uns:
weil wir glauben, dass Gott sich durch sein Werk offenbart und es den Menschen anvertraut hat, die es pflegen und bewahren müssen;
weil das Leben auf der Erde ein Segen ist und uns die Liebe Gottes zeigt. Handeln, um es zu bewahren, ist eine Art, den Nächsten zu lieben und für Gerechtigkeit zu sorgen;
weil die ökologische Krise uns verpflichtet, den Ruf der Erde zu hören, die „in Geburtswehen stöhnt“ (Röm 8,22) und in der Hoffnung Lebensformen zu wählen, die die Entstehung einer neuen Schöpfung jetzt und darüber hinaus vorbereiten;
weil Gottes Volk beten und handeln kann, um diese Hoffnung in die Welt zu bringen;
weil wir uns bewusst sind, dass wir durch gemeinsame Bekehrung in der Lage sein werden, diese gerechtere und ökologischere Welt aufzubauen, die für das Überleben der Menschheit notwendig ist!“

Mit der Orientierung an diesen Leitlinien tragen die Mitglieder der grünen Kirchen dazu bei, dass die Menschheit einen ökologischen Wandel hin zu mehr Klimagerechtigkeit vollzieht  - in Respekt für die Ärmsten, die die ersten Opfer der laufenden Umbrüche sind und mit ihnen gemeinsam!
Dieser anregende deutsch-französische Begegnungsabend in der Familie unserer Vermieter klingt aus mit einem fröhlichen Teilen unserer jeweiligen Lieblingslieder.

Da wir in unseren Abendgebeten Lieder aus Taize singen, tauchen wir in den Gebetszeiten in Taize, an denen wir teilnehmen, in eine vertraute Athmosphäre ein.
Auch im Herbst sind noch viele Gäste da – neben älteren Menschen sehen wir auch viele junge Erwachsene. Draußen vor der Kirche hören wir Klänge verschiedener Sprachen und auch in der Versöhnungskirche singen wir Lieder in verschiedenen Sprachen.
Roger Schutz, reformierter Pfarrer, entwickelt 1940 mit einigen Gefährten das Modell eines überkonfessionellen Gemeinschaftslebens. Heute gehören über 100 Brüder, aus unterschiedlichen christlichen Kirchen und aus unterschiedlichen Kulturen, zu der Gemeinschaft: sie leben nach den evangelischen Räten  - Maßstäben, die der Bergpredigt entnommen sind  - in Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Die Entwicklung des inneren Lebens einerseits, die Solidarität mit den Menschen andererseits sind Grundpfeiler der Gemeinschaft.

Frere Roger beschreibt diese Bewegung so: „Jene Eingebung hat mich seit meiner Jugend wohl nie mehr verlassen: Ein Leben in Gemeinschaft kann ein Zeichen dafür sein, dass Gott Liebe und nur Liebe ist. Allmählich reifte in mir die Überzeugung, dass es darauf ankam, eine Gemeinschaft ins Leben zu rufen, eine Gemeinschaft von Männern, die entschlossen sind, ihr ganzes Leben zu geben, und die versuchen, sich stets zu verstehen und zu versöhnen. Eine Gemeinschaft, in der es im Letzten um die Güte des Herzens und die Einfachheit geht.“
Seit den siebziger Jahren, als die Brüder zu einem ‚Konzil der Jugend‘ eingeladen hatten, pilgern jährlich zehntausende junge Leute aus der ganzen Welt nach Taize und kommen jeweils zum Jahreswechsel in einer anderen europäischen Stadt zusammen.

Großzügige Gastfreundschaft, eine einfache Lebensweise, die grundsätzlich freundliche und gütige Haltung jedem Menschen gegenüber, eine schlichte und doch tiefe, für jeden verständliche religiöse Sprache und die warme Ausstrahlung der meditativen Lieder machen den Charme von Taize aus.
Auch wir lassen uns davon berühren!

Text und Fotos: Beate Bleck, Pastoralreferentin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gruppierungen im Veedel

Kurzprofile der mit der Kirchengemeinde verbundenen Gruppierungen

CAJ (Christliche Arbeiterjugend) Schäl Sick

Jugendzentren

kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands)

Tips der Redaktion

Marktcafé im Stadtteilzentrum in Köln-Buchforst

Mittwochs und samstags – immer zu den Markttagen in Buchforst – laden verschiedene Gruppierungen des „Runden Tisches Buchforst“zum Frühstück ins Stadtteilzentrum ein. Von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr gibt es dort die Möglichkeit, die schweren Einkaufstaschen abzustellen, und bei netten Gesprächen zu kleinen Preisen Kaffee zu trinken und auch zu frühstücken.

Jeder ist herzlich willkommen!


 

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