Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das babylonische Exil ist eine der prägendsten Erfahrungen des Volkes Israel: Das Heilige Land erobert, der Tempel zerstört, und alle 'brauchbaren' Menschen wurden verschleppt.

So sah damals das gar nicht untypische Ende eines Reiches aus. In diese Situation sind die Worte der heutigen Lesung gesprochen, und wie so oft erscheinen diese Worte völlig unangemessen. Israel, Juda, Gottes auserwähltes Volk war doch vernichtet - oder etwa nicht?

Gott lässt nicht von seinem auserwählten Volk, auch wenn der Anschein dagegen spricht. Aus der damaligen Sicht strafte Gott sein Volk für die Sünden, ließ es aber nicht verloren gehen. Die Sünde, die immer wieder auftaucht, ist die Verehrung fremder Götter und die scheint recht häufig passiert zu sein. Einige Theologen vermuten, dass der Glaube an Jahwe in der religiösen Hochburg Jerusalem zwar weitgehend selbstverständlich war, dass aber in anderen Gegenden des Heiligen Landes ebenfalls selbstverständlich andere Götter verehrt wurden, möglicherweise in einem weit größeren Ausmaß, als wir uns das vorstellen.

Auch in Deutschland wird Gott nur noch eingeschränkt verehrt und viele andere, neue "Götter", sind an seine Stelle getreten. Die Gesundheit, die "richtige" Haltung, Geld, Macht, Prestige, die Liste ließe sich fortsetzen - und doch, gegen den Anschein, dürfen wir Gott vertrauen, dürfen hoffen, dass er uns, wie einst sein Volk Israel, in die ewige Heimat führt.

Ihr P. Thomas

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