Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wenn es um bedeutende Gestalten der Kirchengeschichte und der Bibel geht, dann können wir schnell in die Versuchung kommen, diese Menschen zu idealisieren und dabei zu vergessen, dass es sich eben um Menschen handelt, die ihre Schwächen haben.

Ein gutes Beispiel finden wir in der heutigen Lesung. Jeremia spricht verhältnismäßig viel über sich selbst und gibt uns damit einen Einblick in seine seelische Verfassung. Wenn nun einer der ganz großen Propheten sozusagen die Fassung verliert und die Rache Gottes auf seine Verfolger herab ruft, dann ist das sicherlich ein Zeichen für das Menschsein Jeremias. Jeremias Zorn richtet sich nicht nur gegen seine Verfolger, weil sie Gottes Wort nicht annehmen, sondern hat auch eine ganz persönliche Note: "Ich werde deine Rache an ihnen erleben" (V. 12), da spricht eine ganz erhebliche persönliche Betroffenheit aus dem Propheten.

Auch wir sind nur Menschen, auch wir können einmal die Fassung verlieren, auch wir werden manchmal vom Zorn übermannt. Gott aber ist so groß, dass er auch unseren Zorn ertragen kann.

Ihr P. Thomas

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