Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich würde die heutige Lesung gern zum Anlass nehmen, mit Ihnen kurz über einige allgemeine Punkte des Alten Testaments nachzudenken.

In den letzten Jahrzehnten lag der Blick der Theologen auf der sog. historisch-kritischen Exegese, also der Frage, wann welches Buch von wem unter welchen Umständen geschrieben wurde. Diese sehr verdienstvolle Arbeit zeigte z. B. dass unsere heutige Lesung nicht im ursprünglichen Danielbuch stand, sondern später hinzugefügt wurde. Inzwischen richtet sich die Aufmerksamkeit mehr auf den fertigen Text, der ja auch mit einer bestimmten Aussageabsicht zusammengestellt wurde. Beide Sichtweisen sind nützlich und ertragreich, allerdings kann es schon etwas desillusionierend sein, liebgewordene Bibelstellen unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten. Für uns als "normale" Gläubige kann die Leitfrage aber nur lauten: Was bedeutet dieser Text - so weit, wie ich ihn verstehe - für mich bzw. für mein Leben? Welche Fragen und welche Anregungen tauchen für mich auf und sind für mich bedeutsam? Wenn wir dabei einen Schritt auf dem Weg zu Gott weitergehen, dann hat der Text seinen Zweck erfüllt, auch wenn er vor sehr langer Zeit geschrieben wurde.

Ihr P. Thomas 

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