In Zeiten der Suche nach dem eigenen Vorteil und den persönlichen Ambitionen geht gelegentlich der Blick für den Mitmenschen verloren. Was bedeuten da dem Einzelnen Gerechtigkeit oder Fairplay? Hierzu haben wir Menschen auf der Straße nach ihrem schönsten Fairplay-Erlebnis gefragt. Sind es eher die großen Begebenheiten oder sind es die kleinen Situationen, die den Befragten dabei in den Sinn kommen? Lesen Sie selbst.

Welches war Ihr schönstes Fairplay-Erlebnis?

Anne Steven


Anne Steven, 32, Mülheim

Die letzte Fair Play Situation aus meinem Alltag fand während eines Konzerts statt. Ich besuche häufiger Konzerte und erlebe dort oft diesen Moment, wenn die wesentlich größere Person genau vor einem Platz findet. Ärgern oder ansprechen? Dieses Mal habe ich die Person direkt angesprochen, wir einigten uns, tauschten die Plätze, und jeder konnte das Konzert genießen. Das klappt zwar nicht immer so reibungslos, ist aber ein gutes Beispiel für eine faire Problemlösung.

 

Andy Herzog


Andy Herzog, 52, Mülheim

Als ich das Limes aufgemacht habe, gab es drei Bewerber für die Räumlichkeiten. Die anderen Bewerber schienen viel besser aufgestellt als wir mit unserer Punk-Rock-Kneipe. Der Besitzer wollte aber uns in die Kneipe haben. Zu der Zeit gründeten wir gerade die Viva con Agua-Zelle in Köln. Herr Kristen, der Besitzer der Kneipe, wollte aber uns in der Kneipe haben und hat uns dann einen fünfstelligen Euro-Betrag für ein Brunnenprojekt in Ghana gespendet, so dass wir praktisch nicht mehr nein sagen konnten und das Limes eröffnet haben. Das war eine coole Aktion von dem Typ.

Vesna Büttinghaus


Vesna Büttinghaus, 49, Buchheim

Als ich als sogenanntes Gastarbeiterkind nach Deutschland kam, hatte ich gerade mein erstes Schuljahr in Kroatien absolviert. Ich durfte dann auf Probe in Deutschland direkt in die zweite Klasse unter der Bedingung, dass ich bis zu den Herbstferien genau so gut Deutsch könnte wie die anderen Gastarbeiter-Kinder in der Klasse. Das hat geklappt, und ich durfte in der Klasse bleiben. Das war eine echt faire Chance für mich.

Mona Tillmann


Mona Tillmann, 40, Mülheim

Ich finde bezüglich Fairplay können wir Erwachsenen noch einiges von den Kindern lernen. Es ist immer wieder toll zu sehen, wie selbstverständlich die großen Kinder bei uns in der Siedlung sich mit den Kleinen freuen, wenn sie es z.B schaffen, auf das Klettergerüst zu klettern oder es klappt, mit dem Fahrrad zu fahren. Oder wenn sie sich füreinander einsetzen. Leider ist es bei uns Erwachsenen im stressigen Alltag oft nicht der Fall.

Meike Bach


Meike Bach, 30, Mülheim

Während einer Urlaubsvertretung war ich alleine hier im Geschäft, und das mit der Parkplatzsituation hier auf der Buchheimer Straße ist ja nicht ganz einfach. Ein lieber Nachbar hat gesehen, dass ein Parkplatz frei wurde, ich aber drei Kunden im Laden hatte und nicht weg konnte. Er kam kurzerhand, hat sich meinen Autoschlüssel geholt und mir das Auto eingeparkt, einfach so und auch noch ohne Beulen oder Schrammen. Ich war total happy, da mein Auto schon im Weg stand, ich es aber einfach nicht ändern konnte, da die Kunden vorgingen.

Sabine Bonn


Sabine Bonn, 52, Mülheim

Vor längerer Zeit, lag meine Schwiegermutter im Heim, und in der Weihnachtszeit haben wir ihr einen kleinen Weihnachtsbaum holen wollen, aber in ihrem Zimmer war nicht so viel Platz. Bei einem Weihnachtsbaumverkäufer waren aber nur so große Bäume. Auf meine Frage hin, ob er auch etwas Kleines hätte und mit meiner Erklärung, dass der Baum Platz auf einem kleinen Tisch im Heim finden müsse, hat er ohne Zögern die Spitze eines großen Baums abgeschnitten und mir den kleinen Baum geschenkt, da seine Mutter in dem Jahr auch verstorben sei und er jemandem etwas Gutes tun wolle.

 

Cindy Gucci


Cindy Gucci, 26, Mülheim

Mir ist aufgefallen, dass Menschen mit Behinderungen hier in Deutschland sehr gut in das gesellschaftliche Leben integriert sind. So habe ich bei einer Fahrt mit dem Bus beobachtet, wie eine Frau in einem Rollstuhl vollständig eigenständig und ohne fremde Hilfe in den Bus einsteigen konnte. Bei uns in Indonesien sitzen behinderte Menschen eigentlich nur zu Hause. Ich empfinde den Umgang mit Menschen mit Behinderungen hier in Deutschland als sehr fair.

Jonas Niewiander


Jonas Niewiander, 37, Mülheim

Für mich bedeutet "Fairplay" aufeinander Acht zu geben und das nicht nur im Sport. Das fängt bei Kleinigkeiten an, wie z. B. mal jemanden an der Supermarktkasse vorzulassen, der es eilig hat oder spontan beim Umzug eines Nachbarn mit anzupacken. Auch als ich einmal Hilfe brauchte, weil ich meinen Haustürschlüssel verloren hatte, war ich froh, dass spontan ein unbekannter Nachbar aud dem Nebenhaus Hilfe angeboten hat./p>

Fotokredit: Silke Grimm

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