Auf dem Katholischen Friedhof an der Sonderburger Straße hat die Gemeinde zwei Gedenkstätten für Kinder geschaffen. Im oberen Bereich befindet sich der Platz für die totgeborenen Kinder. Kinder, die nie das Licht der Erde gesehen haben, werden dort einmal im Jahr beigesetzt. Im unteren Bereich des Friefhos ist ein eigener Flur für die Kinder, die während oder kurz nach der Geburt verstorben sind.
 
Beide Orte sollen den Eltern einen Ort des Trauerns und Gedenken ermöglichen und eine Hilfe sein, dieses traumatische Ereignis zu verarbeiten. Die Orte sind zudem Orte des Trostes im Sinne des christlichen Glaubens „Jeder Mensch ist bei Gott wertvoll und kostbar und geliebt“. Der Kirchengemeinde sind diese beiden Orte ein Herzensanliegen. Die unaussprechbare Trauer der Eltern kann so einen Platz finden.
 
In den Krankenhäusern ist es üblich, sicherzustellen, dass Tot- und Fehlgeburten eine würdige Bestattung erhalten, soweit sich die Eltern nicht selbst darum kümmern. Grundlage ist der Gesetzestext aus dem Bestattungsgesetz NRW.
 
Diese Feiern werden überwiegend von Seelsorgern an den Kliniken durchgeführt und die betroffenen Eltern werden einbezogen, soweit das gewünscht ist. Praxen und private Kliniken müssen sich auch an das Gesetz halten, wenn sie Abtreibungen vornehmen oder es zu Fehlgeburten kommt.
 
Christoph Kuckelkorn, Bestatter: Vor über 15 Jahren habe ich begonnen, für verschiedene Institute hier in Köln frühgeborene und abgetriebene Kinder beizusetzen. Die schiere Anzahl jedes Jahr – (zwischen 800 und 2000) hat mich dabei jedes Mal extrem beschäftigt. Irgendwann suchte und fand ich den Kontakt zu Frau Bartscherer (bis 2019 Vors. Katholikenausschuß, Anm. d.Red.) und gemeinsam fanden wir in der Katholischen Kirchengemeinde St.Clemens und Mauritius diese tolle Kooperation.
 
Pater Thomas Lüersmann:„Niemand ist vergessen“ – unter dieses Wort stellten wir die Beisetzung der totgeborenen Kinder in diesem Jahr. Wenn wir 951 ungeborene Kinder beisetzen, dann fragen wir selbstverständlich nach den Worten dieser Kinder, die wir nicht hören werden, nach ihrem Lächeln, dass wir nicht sehen werden, nach ihrer Liebe, die wir nicht spüren werden. Und doch, niemand ist je vergessen, auch diese Kinder nicht. Wir vergessen sie nicht, sie erhalten einen würdigen Ort der Erinnerung und sind bei Gott nicht vergessen.
 
Gregor Stiels, Vorsitzender des Katholikenausschuß: Seit 2013 hat es sich der Katholikenausschuß der Stadt Köln zur Aufgabe gemacht, zahlreichen Kindern, die nie das Licht der Welt erblickt haben, eine würdevolle Bestattung zu ermöglichen. In diesem Anliegen sind wir mit dem Bestattungshaus und der Kirchengemeinde St. Clemens und Mauritius verbunden.
 
Auf dem Katholischen Friedhof hat die Gemeinde eine eigene Grabstätte dafür hergerichtet. Einmal im Jahr werden dort unsere totgeborenen Kinder in einer Urne bestattet. Es ist uns wichtig, trauernden Familien einen Ort der Trauer und des Trostes zu schaffen, den es sonst so nicht geben würde.
 
Wir sehen uns geleitet von der Zusage Gottes, dass jeder Mensch schon von Beginn an im Mutterleib zu ihm gehört. Daraus erwächst für uns als Christen eine besondere Verantwortung.
 
Text: Wolfgang Obermann
Foto: Silke Grimm
 
 
Mit dem Begriff „Sternenkinder“ bezeichnet man Kinder, die während der Geburt oder kurz nach der Geburt sterben. Im Jahr 2013 waren das in Deutschland ca. 2500 Kinder. Seit 2013 ist es auch möglich, Babys mit einem Gewicht unter 500 Gramm auf einem Friedhof zu beerdigen.
 
Für Eltern ist der Verlust des Kindes im Bauch der Mutter oder kurz nach der Geburt ein schwerer Schicksalsschlag, der zutiefst erschüttert und die Welt aus den Fugen bringt.
 
Mit dem kleinen Menschen stirbt seine ganze Zukunft. Viele Wünsche, Träume und Hoffnungen sind mit einem Mal nichtig. Von einer Stunde auf die andere ist alles anders. Babys, die das Leben nicht kennenlernen durften, werden Sternenkinder genannt.
 
Sternenkinder werden auf unserem Friedhof beerdigt. Im Vergleich zu den anderen Flächen und Gräbern auf Friedhöfen sind diese Stellen oft eher bunt und fröhlich. Die Holzkreuze sind mit Farben bemalt, auf den Gräbern sind Teddys, Spielzeug und andere bunte Sachen zu sehen. Und doch verstummt man an diesen Gräbern. Das Leid läßt einen sprachlos werden.
 
Eltern können über ihr totes Kind bestimmen. Wo soll es die Tage bis zur Beerdigung verbringen, beim Bestatter, im Krankenhaus oder auch zu Hause? In den meisten Bundesländern kann ein Kind bis zu 36 Stunden mit nach Hause kommen. Danach muss das Kind beerdigt werden.
 
Selbstverständlich dürfen Eltern ihrem Kind einen Namen geben. Der Name bedeutet, dass hier ein kleiner Mensch gestorben ist.
 
Unserer Kirchengemeinde ist es ein Herzensanliegen, Eltern diese Möglichkeit anzubieten. Die Gemeinde versteht das als einen Teil der Seelsorge und des Mitleids, um den Eltern ein wenig beim Umgang mit ihrer Trauer zu helfen. (Auszug aus dem Artikel „Sternenkinder: Wenn das Leben plötzlich und viel zu früh endet“, von Benita Wintermantel.) 
 
Nachzulesen: www.familie.de

Arbeitskreis Trauerpastoral

Kontaktdaten

Verantwortlicher Ansprechpartner:
Wolfgang Obermann



 obermann@clemens-mauritius.de  
 
0178/5387918


 

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