Erzähl doch mal …
Nikolay

Ich bin in Taschkent aufgewachsen, einer Stadt in Usbekistan, die an der Seidenstraße liegt, den alten Karawanenwegen zwischen Orient und Abendland. Meine Kindheitserinnerungen liegen noch vor dem gewaltigen Erdbeben, in dem große Teile der orientalisch geprägten Stadt zerstört wurden. Die Stadt meiner Kindheit ist erfüllt von verwinkelten Gässchen, wo die Handwerker ihre traditionell hergestellten Gebrauchsgegenstände verkauften und von dem Duft und den Farben der Basare – Obst und Gemüse waren zu bunten Pyramiden aufgetürmt, obenauf lag eine geöffnete oder aufgeschnittene Frucht, und die Händler luden alle – auch uns Kinder – ein, die Köstlichkeiten zu probieren.

Meine Eltern arbeiteten im Flugzeugbau. Mit meinem Bruder lebten wir in einem großen Haus. Zu unserem Viertel gehörte ein Freibad. Dort trafen sich an heißen Sommernachmittagen alle Nachbarn – Erwachsene und Kinder – zum Entspannen und Erzählen und Schwimmen und Essen. Das waren herrliche Stunden in einer großen Gemeinschaft, denn alle kannten einander.

In der Nähe unseres Viertels gab es eine Fabrik. Dort wurden Süßigkeiten hergestellt, und dieser Ort zog uns Kinder magisch an. Mit meinem besten Freund stand ich vor den großen Fenstern, und wir versuchten, Blicke ins Innere zu erhaschen. Meist stand ich unten und mein Freund kletterte auf meine Schultern. Er klopfte ans Fenster, und manchmal kam eine Mitarbeiterin und reichte uns durch das geöffnete Fenster Kostproben. Bald wussten wir, hinter welchen Fenstern die nettesten Mitarbeiter standen.

Dann lutschten wir beglückt die frischen heißen und süßen Karamellstangen – das ist der Geschmack meiner Kindheit.

Nikolay



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