Im Gespräch mit Frau Roszak, Leitung der Familienberatung der CSH, Köln-Mülheim

Die Familienberatung der CSH (Christliche Sozialhilfe Köln gGmbH) ist eine kostenfreie Anlaufstelle
für Fragen und Begleitung in den Themenbereichen Erziehung, Familie, Partnerschaft, psychische Erkrankungen
und auch für familiengerichtlich angeordnete Beratung. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit für kindertherapeutische
Angebote und Beratung für Jugendliche. In der Beratungsstelle arbeitet ein interdisziplinäres Team aus pädagogischen
und psychologischen Fachkräften mit therapeutischen Zusatzausbildungen, wie zum Beispiel systemischer
Familien-, Eltern-Säuglings-Kleinkindtherapie und Sexualpädagogik.


Die in der Familienberatung behandelten Themen erstrecken sich von Erziehungsunsicherheiten,
Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten, Schulschwierigkeiten, über Ehe- und Familienberatung bis
hin zur Beratung von größeren Systemen (Familien, Institutionen, Arbeitsgruppen, u. ä.).


Als Kooperationspartner unseres Katholischen Familienzentrums St. Clemens und Mauritius liegt uns
diese Beratungsstelle im Bereich der Familien sehr am Herzen. Verortet in Köln-Mülheim, ganz nahe an
der Kirche St. Antonius, bietet sie ein weitläufiges Programm, welches viele familiäre Situationen, die
das Leben manchmal kreuz und quer erscheinen lassen, beratend auffängt. Frau Roszak steht uns
für ein Interview zur Verfügung, um die umfangreichen Beratungsmöglichkeiten der Familienberatung
zu erläutern und Menschen zu ermutigen, sich mit ihren Anliegen an diese zu wenden. Sie ist Pädagogin,
systemische Paartherapeutin und Fachkraft im Kinderschutz.


Liebe Frau Roszak, inwieweit können Sie Ihre umfangreiche Ausbildung in die Arbeit einbringen?
Alles täglich! Wir haben ein sehr umfangreiches Aufgabengebiet, wir sind ja Teil der Hilfen zur
Erziehung. Jeder Mensch, der in Köln wohnt und ein Kind hat oder ein Kind oder Jugendlicher selber
ist, hat das Recht, Beratung in Anspruch zu nehmen, und dadurch sind die Themen halt sehr vielfältig.
Entwicklungsfragen zu Kindern, Partnerschaft, wenn man vor der Trennung steht oder auch nach
Trennung. Wie gestalte ich den Umgang gut? Wir haben hier noch in der Beratungsstelle seit einigen
Jahren den Schwerpunkt psychische Erkrankung, d. h. wir begleiten Menschen, die durch psychische
Erkrankungen entweder schon in Therapie sind oder waren oder auf Therapiesuche sind. Wenn ich eine
psychische Erkrankung habe, dann beeinflusst das natürlich auch mein Familienleben und meine Beziehungsfähigkeit,
ich habe andere Grenzen als wenn ich gesund wäre. Wir beraten auch Kinder mit kindertherapeutischen
Angeboten. Die Themen, die die Menschen beschäftigen, sind oft mit Scham behaftet, sich Hilfe zu suchen
fällt dann besonders schwer. Wir sichern den Menschen Diskretion zu und einen Raum für Entwicklung.
Dabei werden wir anders finanziert als beispielsweise Ergotherapeut*innen, die von der Krankenkasse finanziert werden.
Wir werden in Teilen von der Stadt und vom Land mit einem Eigenanteil von 15 bis 20 Prozent finanziert,
den der Träger selber leisten muss, z. B. durch Spenden und Projektarbeit. Wir sind in politischen Verhandlungen
bezüglich der Finanzierung aller Familienberatungsstellen, die zunehmend defizitärer wird.


Das ist wirklich ein sehr umfassendes Angebot, ich kann mir gut vorstellen, dass Menschen zu Ihnen
und Ihren MitarbeiterInnen Vertrauen fassen können! Wie sind die Zugangswege zur Beratung?
Jeder, der ein Thema hat, der entweder Kinder hat oder selber unter 27 ist, kann sich an uns wenden!
Uns ist es wichtig, dass sich Menschen niederschwellig an uns wenden können. Die Zugangswege sind
unterschiedlich: Man kann uns anrufen, wir haben auch eine Mail-Adresse: familienberatung@csh-koeln.
de. Wenn man da eine Anfrage stellt, kriegt man sofort Terminvorschläge. Wir versuchen auch so gut
wie möglich uns nach den Zeiten der Menschen zu richten. Wenn jemand nur an einem bestimmten Tag
kann, dann versuchen wir, das möglich zu machen. Das hängt natürlich auch von der Auslastung ab. Wir
sind 7 Berater*innen, davon eine in Elternzeit, und 2 Teamassistentinnen. Wir versuchen, die Abende
abzudecken bis 18 Uhr / 18.30 Uhr. Wir bieten auch frühe Termine an, ab acht Uhr.
Man muss am Telefon auch noch nicht viel erzählen, man sollte nur eine Telefonnummer hinterlassen,
und man sagt ungefähr in einem Satz, worum es geht, was einen beschäftigt, damit wir eine Vorstellung
haben, wo passt das gut, wer hat da Kapazitäten. Dann kommt man und erzählt erst mal, das ist ja
freiwillig, wir richten uns danach, was die Familien brauchen. Normalerweise schaffen wir es, ein
Gespräch innerhalb von vierzehn Tagen zu ermöglichen, in der Weihnachtszeit haben wir natürlich oft
eine Hochphase. Danach gestalten sich die Termine je nach Anliegen. Gespräche sind meist vierzehntägig.


Die Beratung bleibt also kostenfrei, unabhängig davon, ob man drei Termine braucht oder fünf. Sie begleiten
ja Familien teilweise über Jahre, wo Erkrankungen in der Familie sind. Diese Begleitung kann auch unterbrochen werden,
manchmal kommen Familien nach einem Jahr oder zwei wieder. Gibt es Schwerpunkte bei den einzelnen Mitarbeitern?
Wir sagen immer: Jeder macht alles, keiner sagt, das Thema mache ich nicht. Dennoch hat natürlich
jeder seine Schwerpunkte und Spezialgebiete, ich biete z. B. die Videoberatungsmethode an. Dort geht
man in Interaktion mit den Eltern und konzentriert sich auf die vorhandenen Fähigkeiten. Andere
Kolleg*innen haben Schwerpunkte auf den Frühen Hilfen oder Paarberatungen, das liegt häufig an den
jeweiligen Zusatzausbildungen. Wir bieten Beratungen auch in Englisch an.

 

„civitas“ erreicht viele Menschen im Pfarrbezirk.Gibt es noch etwas, was Sie sich wünschen würden,
was Sie am Ende des Interviews betonen möchten?
Ich wünsche mir, dass mehr Menschen wissen, dass es uns gibt und bei welchen Themen wir unterstützen
können, Die Öffentlichkeitsarbeit ist durch die Corona-Zeit und durch einen Leitungswechsel
etwas aus dem Fokus geraten. Wir kooperieren mit sieben Familienzentren. Wir bieten auch vor Ort in
den Pfarreien, die durch die Fusion hinzukommen, Sprechstunden an.


Liebe Frau Roszak, ich danke Ihnen für das interessante Interview.
Dieses Interview führte Martina Allisat

Foto: Silke Grimm

Kindertagesstätte St. Antonius

Leitung: Saskia Mohrs
Don-Bosco-Straße 3
(Zufahrt über: Rixdorferstraße)
51063 Köln
Tel. 0221 / 96702 - 80
E-Mail: kita.antonius.clemens-mauritius@erzbistum-koeln.de
Internet: Erzbistum

Kindertagesstätte Herz Jesu

Leitung: Viktoryia Michalik
Stellv. Leitung:  Inga Althoff
Schleiermacherstraße 14
51063 Köln
Tel. 0221 / 96702 - 40
E-Mail: kita.herzjesu.clemens-mauritius@erzbistum-koeln.de
Internet: Erzbistum

Kindertagesstätte Liebfrauen

Leitung: Benjamin Schmidt
Adamsstraße 17
51063 Köln
Tel. 0221 / 96702 - 50
E-Mail: kita.liebfrauen.clemens-mauritius@erzbistum-koeln.de
Internet:Erzbistum

Kindertagesstätte St. Mauritius

Leitung: Jörg Dumke
Caumannsstraße 14
51065 Köln
Tel.: 0221 / 697560
Fax: 0221 / 6920624
eMail: kita.mauritius.clemens-mauritius@erzbistum-koeln.de
Internet: Erzbistum 

Kindertagesstätte St. Petrus Canisius

Leitung: Sarah Faßbender
Kopernikusstraße 160
51065 Köln
Tel.: 0221 / 96702 - 60
Fax: 0221 / 96702 - 61
eMail: kita.petruscanisius.clemens-mauritius@erzbistum-koeln.de
Internet: Erzbistum

Kindertagesstätte St. Theresia

Leitung: Saskia Mohrs
An St. Theresia 8
51067 Köln
Tel.: 0221/96702 - 70
eMail: kita.theresia.clemens-mauritius@erzbistum-koeln.de 
Internet: Erzbistum

Die Kindertagesstätten bilden zusammen mit der Kindertagesstätte des SKM in Buchforst das  Katholische Familienzentrum St. Clemens und Mauritius

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