Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in der heutigen Lesung werden die Folgen des berühmten Tanzes um das goldene Kalb deutlich.

Gott ist zornig und Mose besänftigt ihn. Nun ist es aber so, dass Jahwe unter dem Namen 'El' noch Jahrhunderte später unter dem Bild des Kalbes verehrt wurde, was natürlich den Zorn der Priester in Jerusalem hervorrief. Da auch das Buch Exodus erst recht spät in der heutigen Form vorlag, kann es gut sein, dass sich im heutigen Text damals aktuelle Streitigkeiten zeigen. Die Lesung wirft aber zwei grundlegende Fragen auf: 1) Kann Gott zornig werden? 2) Kann Gott bereuen? Für uns heute klingen beide Fragen merkwürdig. Wie sollte Gott, der allwissend ist, zornig über ein Verhalten werden, von dem er ja schon seit Anbeginn der Zeit wusste? Und was ist das für ein Gott, der sich von einem Menschen von seinem einmal gefassten Entschluss abbringen lässt? Es handelt sich um zeitbedingte Vorstellungen, wie sie auch im religiösen Umfeld üblich waren. Götter verhielten sich wie sehr mächtige Menschen, die eine große Ähnlichkeit mit den jeweiligen Königen der Zeit hatten. Wir mögen heute darüber schmunzeln, allerdings dürfen wir uns durchaus die Frage stellen, welche Vorstellungen wir eigentlich von Gott haben?

Ihr P. Thomas

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