Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ein zentraler Aspekt der heutigen Lesung, der aber gelegentlich übersehen wird, ist der Satz: "Als seine [Josefs] Brüder sahen, dass sein Vater ihn mehr liebte als alle seine Brüder, hassten sie ihn und konnten mit ihm kein gutes Wort mehr reden."

Die berühmte Geschwisterrivalität ist in mancher Familie bedauerliche Realität, aber sie ist eben oft eine Realität, die auch in der Bibel nicht verschwiegen wird. Besonders schwer wiegt jedoch, dass Josefs Vater seinen jüngsten Sohn offenbar tatsächlich mehr liebte und es nicht so ganz unverständlich ist, dass Josefs Brüder verärgert sind. Ihr Zorn richtet sich jedoch gegen den Falschen, Josef kann ja nichts für die Liebe seines Vaters und ist somit ein eher unschuldiges Opfer. Der Neid, und um den geht es hier, sagt mehr über den Neider als über den Beneideten. Wenn ich neidisch bin, dann bin ich mit mir nicht zufrieden. Wenn das so ist, dann liegt es an mir, eine Änderung herbeizuführen, und die Änderung liegt nicht darin, jemand anderen klein zu reden.

Ihr P. Thomas

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