Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der heutige Lesungstext ist ohne den Zusammenhang nur schwer verständlich. Wir müssen uns vor Augen halten, dass seinerzeit der sogenannte "Tun-Ergehens-Zusammenhang" geglaubt wurde.

Ursprünglich war der Gedanke, dass Gott gutes Handeln belohnt und böses Tun bestraft. Als klar wurde, dass sich dieser Gedanke nicht mit der Realität vereinbaren ließ, wurde er dahingehend erweitert, dass Lohn und Strafe auch die Nachkommen treffen können. Da stellte sich natürlich sofort die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes. Wie konnte es angehen, dass Gott jemanden, der möglicherweise fromm und gut lebt, für die Taten seiner Vorväter bestraft? Ezechiel stellt hier klar, dass Gott die aktuellen Taten belohnt bzw. bestraft, was natürlich viele Fragen offenlässt. Ob und wie weit Gott in unser Leben eingreift, belohnt oder bestraft, wird heute sehr kontrovers diskutiert und ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir als Christen auch mit Fragen konfrontiert werden, die wir nicht so einfach beantworten können. Vielleicht gehört eine gewisse Demut gegenüber dem Handeln Gottes auch zu unserem Glauben.

Ihr P. Thomas

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