Das Projekt Mehrgenerationenhaus in der neu entstandenen Waldbadsiedlung in Ostheim hat den Seniorenausschuss von Clemens und Mauritius sehr neugierig gemacht. Das maßgebliche Leitbild hier ist das Miteinander und Füreinander unter einem Dach mit dem Ziel, Gemeinschaft zu finden und zu leben.

Wie kam es dazu, in der neuen Wohnsiedlung in Ostheim ein Mehrgenerationenhaus einzurichten, und wie lange gibt es das Projekt schon? 
Die erste Idee vom gemeinschaftlichen Wohnen entstand vor 10 Jahren (2007) innerhalb einer kleinen Gruppe. Visionen, Ideen und auch Träume wurden ausgetauscht, bestehende Projekte besucht und unsere Vorstellungen vom Zusammenleben nach und nach in einem Leitbild zusammengefasst. Uns wurde immer mehr bewusst, dass dieses Vorhaben ein großes, langwieriges Vorhaben ist. Man braucht einen langen Atem. Immer mehr Fragen taten sich auf. Oft wussten wir nicht, wer kompetenter Ansprechpartner ist. Oft wurden wir von einer auf die andere Stelle verwiesen. Unsere Eigeninitiative war in höchstem Maße gefragt. Dass wir heute unser Projekt realisiert haben, erscheint manchmal wie ein Wunder. Es gab so viele Klippen, an denen unser Projekt hätte scheitern können, z. B. die lange Grundstückssuche, Aufbau, Zusammenhalt und Struktur der Wohngemeinschaft. Beratung hatten wir vom Verein „Neues Wohnen im Alter“ in Köln und von entsprechenden Stellen des Landes. Nach Ostheim in die Waldbadsiedlung zu gehen war zunächst nicht unser Wunsch. Ende 2012 haben wir uns dafür entschieden nach ca. 100 Grundstücksbesichtigungen. 2014 gingen die Bauarbeiten los. Im November dieses Jahres beziehen die letzten das Haus. Wir fühlen uns heute nach diesem langen Weg durch ein schönes Haus mit lebendiger Gemeinschaft in einer wunderbaren Umgebung belohnt. 
 
Welche Ziele haben Sie sich als „Wohngemeinschaft“ gesetzt?
Das primäre Ziel ist, Gemeinschaft finden und leben. D. h. es braucht Raum für Begegnung und gegenseitige Unterstützung, Eigenverantwortlichkeit und Wertschätzung im Umgang miteinander. Am Anfang der Planung waren jüngere Menschen dabei, die aber schnell aufgrund ihrer spezifischen Lebensumstände weggeblieben sind. Zusammengefasst: Für den Erfolg unseres Projekts sind zum einen der Aufbau einer Gemeinschaft, d. h. der bewusste Umgang miteinander, die Würdigung der Andersartigkeit, die Bereitschaft, auf andere zuzugehen, zuhören zu wollen, Hilfen anzunehmen und anbieten zu können, zum anderen die Konflikt- und Kommunikationsbereitschaft fundamental wichtig. 
Was zeichnet ein Mehrgenerationenhaus architektonisch aus?
Uns war bei der architektonischen Planung sehr wichtig, dass alle Wohnungen unter einem Dach liegen und wir uns so in Pantoffeln besuchen können. Ein Haupteingang zum Gebäude fördert die tägliche Begegnung. Wir haben viele Gemeinschaftsflächen: einen großen multifunktionalen, teilbaren Gemeinschaftsraum (100 m²) mit Küche, Gästezimmer, Bad und großer Gartenterrasse, eine große überdachte Dachterrasse, eine große überdachte Eingangsterrasse und einen Pavillon von 29 m² im Garten. Es stehen Wohnungen für die unterschiedlichen Bedürfnisse zu Verfügung (Familien, Paare, Singles). Wir haben einen Wohnungsmix von geförderten und frei-finanzierten Wohnungen. Insgesamt hat das Haus 34 Wohneinheiten von 38 bis 94 m² (Apartments, 2- und 3-Zi-Wohnungen und eine 4-Zi-Wohnung). 
Wie sieht ihre Wohnstruktur aus? Gibt es noch freie Kapazitäten oder ist das Haus voll?
Das Ziel der Altersdrittelung haben wir erreicht: In den 34 Wohnungen leben 41 Erwachsene (17 zwischen 20 und 45 Jahren, 12 zwischen 45 und 65 Jahren, 
12 über 65 Jahren) und 8 Kinder bzw. Jugendliche 
(0 – 20 Jahre). Seit dem Einzug im August gehören auch 2 Neugeborene dazu. In den letzten 9 Monaten haben auch Jüngere den Weg zu uns gefunden. Es leben nun 7 Familien, 2 Paare und 25 Singles aus 
8 Ländern im Haus. Etwa 60 % sind Frauen und 40 % Männer. Diese gute Mischung ist selten. Alle Wohnungen sind vergeben. Es besteht eine Warteliste.
Welche Regeln für das Miteinander haben Sie? Wie haben Sie sich organisiert?
Jedes Mehrgenerationenhaus ist eine individuelle Gemeinschaft. Für unsere Gemeinschaft sind die oben genannten Leitlinien die Grundlage. Wir sind als gemeinnütziger Verein organisiert. Die Bewohner des Hauses bilden die Hausgemeinschaft. Jedes Mitglied der Hausgemeinschaft muss Mitglied des Vereins sein. In vielen Arbeitsgruppen werden spezielle Themen erarbeitet (z. B. Homepage, Raumbelegung). Wir haben regelmäßige Arbeitssitzungen von Verein und Hausgemeinschaft (mindestens einmal im Monat). Dazu kommen Gesprächstreffen, Wohlfühl- und Kennenlerntreffen. Über die Neuaufnahme von Mitbewohnern entscheiden alle. Alle lernen die „Neuen“ kennen. Die Zustimmung für die Aufnahme eines „Neuen“ erfordert eine 2 /3 Mehrheit plus eine Stimme. Altenhilfe und Bildung sind u. a. Zweck des Vereins. Zur Bildung gehören die Beratung anderer Wohnprojekte, und auch das Angebot eines gewaltfreien Kommunikationstrainings. Ein späteres Ziel ist, mit unseren Projekten in den Stadtteil Ostheim hineinzuwirken. 
 
Der Seniorenausschuss von St. Clemens und Mauritius 
Wir kümmern uns um die Belange der SeniorInnen in unserer Pfarrei. Dabei haben wir die Menschen über vier Generationen hinweg (von 60 bis über 100 Jahren) im Blick. Wir gestalten, organisieren oder weisen auf Veranstaltungen und Unternehmungen hin, bei denen Senioren unterhalten, informiert werden oder einfach Gemeinschaft finden können. Gegenseitige Hilfe, Unterstützung und Füreinander da sein, bilden die Grundlage. Dabei ist uns wichtig, den Menschen an ihrem jeweiligen Kirchort eine Heimat zu geben, aber auch, sie zu bestimmten kulturellen, musikalischen und religiösen Anlässen an unterschiedlichen Orten zusammen zu führen. Wir möchten in diesem Sinne mit anderen Institutionen unserer Pfarrgemeinde und mit den evangelischen Pfarrgemeinden in unseren Stadtteilen zusammenarbeiten. Im Laufe der Zeit haben wir erkannt, dass ein zukunftsweisender Aspekt unserer Arbeit, nämlich das generationsübergreifende Miteinander (u. a. Vernetzung mit der Familien- und Jugendarbeit) zunehmend bedeutsamer wird. Ein weiteres Ziel unserer Arbeit ist, SeniorInnen als Mitstreiter zu gewinnen, die sich vorstellen können, im Rahmen der vielfältigen Möglichkeiten mitzuwirken. 

Marktcafé im Stadtteilzentrum in Köln-Buchforst

Mittwochs und samstags – immer zu den Markttagen in Buchforst – laden verschiedene Gruppierungen des „Runden Tisches Buchforst“zum Frühstück ins Stadtteilzentrum ein. Von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr gibt es dort die Möglichkeit, die schweren Einkaufstaschen abzustellen, und bei netten Gesprächen zu kleinen Preisen Kaffee zu trinken und auch zu frühstücken.

Jeder ist herzlich willkommen!


 

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