Sechs Kirchorte, drei Gemeinden und eine Frage, die sich nicht mehr aufschieben lässt: Wie gestalten wir unsere Zukunft? Der Pfarrgemeinderat hat entschieden, Kräfte zu bündeln und drei Standorte aufzugeben. Was wird aus diesen Kirchen? Und wie geht es an den drei verbleibenden Kirchorten weiter? Ein Blick hinter die Kulissen, auf die Hintergründe, die Ideen und den Weg, den unsere Gemeinde jetzt geht.
Kreuz und quer durchs Raumkonzept — neue Kirchennutzung
Drei Kirchen weniger, drei Kirchorte mit Zukunft und eine Pfarrei, die ihren Weg neugestaltet.
Warum dieser Schritt?
Gemeinden wie unsere stehen vor einer Realität, die sich nicht wegdiskutieren lässt: weniger Menschen in den Gottesdiensten, weniger Ehrenamtliche,steigende Kosten für Gebäude, die Pflege und Heizung brauchen,und ein Pastoralteam, dessen Kräfte endlich sind. Sechs Kirchorte zu
bespielen bedeutete, Energie dünn zu verteilen. Energie, die besser dort fließen sollte, wo Gemeinde wirklich lebt und wachsen kann.
Das ist kein Versagen. Es ist eine ehrliche Antwort auf das, was ist.
Der Beschluss
Im Februar 2025 hat der Pfarrgemeinderat St. Clemens und Mauritius einen weitreichenden Beschluss gefasst: Die seelsorgerischen Aktivitäten konzentrieren sich künftig auf drei Standorte:
St. Mauritius — Buchheim
St. Petrus Canisius — Buchforst
Liebfrauen mit St. Clemens — Mülheim
Die Kirchen Herz Jesu, St. Theresia und St. Antonius werden als Gottesdienstorte aufgegeben. Der Beschluss wurde gemeinsam vom Pfarrgemeinderat, dem Kirchenvorstand und dem Pastoralteam erarbeitet. Kein leichter Schritt, aber ein gemeinsamer.
Was aus den Kirchen werden könnte
Das klingt nach Abschied. Und ja, es ist auch einer. Wer in einer dieser Kirchen getauft wurde, geheiratet hat, Abschied genommen hat, wird das spüren. Das darf sein.
Zugleich: es ist nicht das Ende der Geschichte. Die Idee ist, dass alle drei Häuser lebendig bleiben, nur anders. Für Herz Jesu gibt es die Vorstellung, das Gebäude dem Erzbistum Köln zu übergeben, als Heimat für die internationalen katholischen muttersprachlichen Gemeinden. Köln ist eine Stadt der Vielfalt. Glaube, der viele Sprachen spricht, könnte hier einen festen Ort finden.
Für St. Antonius steht ein größerer Umbau im Raum. Davon profitieren sollen der Don-Bosco-Club und weitere Einrichtungen am Standort. Ein Ort, der Menschen in schwierigen Lebenssituationen begleitet, bekäme neuen Raum und neue Möglichkeiten.
St. Theresia könnte teilweise an die benachbarte Grundschule übergehen. Kinder, Bildung, Begegnung auch das ist Kirche. Drei Gebäude, drei mögliche neue Kapitel. Die Richtung ist klar, die Schritte werden es noch.
Und die drei, die bleiben?
Die werden nicht einfach weitergeführt wie bisher. Beim Klausurwochenende im März 2026 mit Vertreterinnen und Vertretern aus Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand und Pastoralteam wurde der nächste Schritt konkret vereinbart:
An jedem der drei Kirchorte entstehen Gemeindeteams. Keine neuen Gremien im alten Sinne. Sondern Menschen, die vor Ort Verantwortung übernehmen für Gottesdienste, für Kommunikation, für das soziale Leben rund um ihre Kirche. Mit echten Gestaltungsmöglichkeiten,
mit echtem Budget, mit echter Eigenverantwortung. Das Prinzip dahinter ist einfach: Wer vor Ort ist, weiß am besten, was gebraucht wird. Und wer mitgestaltet, bleibt.
Weniger Gebäude — mehr Gemeinde
Was auf den ersten Blick wie Schrumpfen aussieht, ist in Wirklichkeit Fokus. Die Energie, die bisher auf sechs Standorte verteilt war, fließt jetzt dorthin, wo Gemeinde wächst, wo Menschen zusammenkommen, wo Neues entstehen kann.
Das braucht Menschen. Engagierte, Neugierige, Menschen mit einer halben Stunde in der Woche oder einem ganzen Nachmittag im Monat. Menschen, die sagen: Ich bin dabei. Wer das ist? Vielleicht bist du es!
Mehr zu den Gemeindeteams und wie du mitmachen kannst:
www.clemens-mauritius.de
Text: Zdenko Barbarić
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